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BIKE Four Peaks 2017 abgesagt

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Timo Scheider: „Mit meinem Trainer Martin Kiechle sitze ich fast jeden Tag auf dem Rad' BILD: Foto Archiv KiechleTimo Glock und Timo Scheider – zwei Namen, die in Verbindung mit dem Nürburgring durchaus eine Bedeutung haben. Glock erreichte als Formel-1-Pilot beim Großen Preis von Deutschland 2009 als Neunter sein bestes Ergebnis auf der Eifelrennstrecke, Scheider feierte bereits 2003 einen Gesamtsieg beim 24-Stunden-Sportwagenklassiker auf der Nordschleife. In diesem Jahr sind beide in der Tourenwagenmeisterschaft DTM aktiv und treten am 18 August auf der verkürzten Grand Prix-Strecke des Nürburgrings gegeneinander an. Bereits drei Wochen später werden sie sich erneut auf dem Rennkurs unter der Nürburg treffen und dabei als Rennradfahrer beim 24-Stunden-Rennen von Rad am Ring Neuland betreten.

Wer den Start der zwei bekannten deutschen Motorsportler bei dem Rad-Event rund um die Uhr als publikumswirksamen Werbegag abtut, bei dem zwei Autofahrer den bequemen Pilotensitz für ihre Sponsoren mit dem harten Sattel eines Rennrads tauschen, sollte schleunigst umdenken. Timo Glock und Timo Scheider haben Fahrradfahren seit langer Zeit fest in ihr straffes Trainingsprogramm integriert. „Seit ich vor einigen Jahren meinen jetzigen Trainer Martin Kiechle kennengelernt habe, einen ehemaligen Radprofi, sitzen wir praktisch jeden Tag auf dem Rad", sagt der 34-jährige Timo Scheider, „dieses Jahr möchte ich insgesamt 10000 Kilometer mit dem Fahrrad erreichen." Während Scheider bei Lindau zu Hause ist, lebt Glock 80 Kilometer entfernt in der Nähe von Konstanz am anderen Ufer des Bodensees – beide Orte sind kein schlechter Ausgangspunkt für anspruchsvolle Radtouren. Glock wird dabei auch schon mal von früheren Radsportgrößen wie Andreas Klöden, Marcus Burghardt oder Jan Ullrich begleitet. „Ich bin nicht so sehr der Läufer", sagt der 31-Jährige, „sondern sitze lieber auf dem Fahrrad. Das ist mein Hauptthema, um mich fit zu halten."

Trainingstrips beispielsweise nach Mallorca gehören für beide Rennfahrer zum jährlichen Pflichtprogramm. Wettbewerbe standen bislang jedoch nicht auf der Agenda, in dieser Hinsicht wird Rad am Ring für sie eine Premiere. DTM-Audi-Pilot Scheider wird deshalb Ende August noch an einem Triathlon in Vorarlberg teilnehmen, „als Vorbereitung auf Rad am Ring. Da geht es 100 Kilometer von Bregenz nach Lech hoch." Und nebenbei über 2000 Höhenmeter. BMW-Konkurrent Timo Glock hat dagegen kein besonderes Training für den Nürburgring geplant: „Ich fahre momentan ohnehin viel Fahrrad – vielleicht hätte ich ein paar Kilometer bei Nacht probieren können. Aber da schlafe ich derzeit lieber."

Die Nürburgring-Nordschleife hat keiner der beiden Timos je mit dem Fahrrad erkundet. „Mein Vater war vor einigen Jahren bei Rad am Ring am Start, deshalb weiß ich so ungefähr, was für Rundenzeiten da gefragt sind", sagt Scheider, „und ich vermute, dass es auch hin und wieder darum gehen wird, den inneren Schweinehund zu überwinden." Glock will sich eher überraschen lassen: „Mir ist klar, dass pro Runde 500 Höhenmeter anstehen und dass es an einigen Steigungen auch eine ganze Weile bergauf geht. Das kann bestimmt ganz schön hart werden, vor allem bei Nacht."

Bei Dunkelheit kennt zumindest Timo Scheider die Nordschleife, allerdings aus der Sicht eines Sportwagenfahrers. „Aber das wird, was Taktik und Strategie auf dem Rad betrifft, wohl kein großer Vorteil sein. Ich bin eher gespannt darauf, wie sich die Nordschleife bei Nacht auf dem Fahrrad anfühlt." Timo Glock stimmt zu: „Das wir bei Rad am Ring sicher eine ganz andere Nummer sein als im Auto. Ich weiß, dass Timo Scheider auf dem Rad auch ziemlich fit ist. Warten wir ab. Könnte witzig werden, wenn wir uns unterwegs auf der Strecke ein paar Mal treffen."

Glock dürfte sogar ziemlich genau wissen, welchen Leistungsstand Scheider zu bieten hat. „Timo Glock ist ein guter Freund", sagt Scheider, „vor den DTM-Rennen ergibt es sich immer wieder, dass wir gemeinsam mit dem Rad die Strecke abfahren. Deshalb wird es bei Rad am Ring sicher ein schöner Wettbewerb zwischen uns. Wir treiben uns jetzt schon gegenseitig über SMS-Nachrichten an: Wer trainiert gerade was, wer hat welche Leistungswerte erreicht?" Trotzdem betonen beide unisono, dass es ihnen bei Rad am Ring um den Spaß an der Sache geht. Am 8. September wird es bei der Siegerehrung Aufklärung darüber geben, was hochkarätige PS-Bändiger davon halten, ihre durchtrainierten und sicher nicht übergewichtigen Körper per Muskelkraft um die Nordschleife zu bewegen.

 

06.08.2013


 

   
   
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