Foto: radamring/sportografRadsport hat viele Facetten. Und Rad am Ring hat den Anspruch, sie möglichst vollständig abzubilden. Dadurch ergibt sich als eine der Besonderheiten des Radsportfestivals in der Eifel, dass sich Hobbysportler und Profiathleten auf dem Nürburgring nicht nur begegnen, sondern sich zur gleichen Zeit die gleiche Strecke teilen. Teils über 24 Stunden hinweg. Und das ist auch für Profis reizvoll.

Bei Rad am Ring erzeugt nicht nur die Frage Spannung, wer bei welchem Rennen wie abschneiden wird. Einen Spannungsbogen der besonderen Art erzeugt auch die Zusammensetzung des Starterfeldes. Hobbyfahrer treffen hier auf Elite-Athleten, Radsportler unterschiedlichster Leistungsniveaus teilen sich den gleichen Rennkurs, auf Asphalt ebenso wie im Gelände um den Nürburgring herum.

Das ist nicht nur reizvoll für das große Feld an Amateurradsportlern, die hautnah dran sind an den „Profis bei der Arbeit“, sondern macht auch Fahrern mit Treppchen-Ambitionen Spaß: „Ich finde gerade diesen Aspekt bei Rad am Ring sehr spannend. Auf der Strecke ist es immer sehr interessant und abwechslungsreich. Auf jeder Runde begegnet man anderen Fahrern mit unterschiedlicher Ausrüstung, unterschiedlichen Ernährungsstrategien, verrückten Trikotdesigns etc. Beispielsweise erinnere ich mich sehr gut an einen Fahrer, der während der Fahrt aus einem Plastikbeutel Nudeln mit Tomatensauce zu sich nahm oder an lustige Beleuchtungen sowohl an Rädern als auch in der Wechselzone. Es ist einfach eine schöne, bunte Mischung für alle“, sagt zum Beispiel die dreifache Polizei-Europameisterin Lisa Brömmel. Sie hat das 24h-Rennen schon mehrfach im 4er- und 2er-Team absolviert und wagt sich dieses Jahr an den Einzelstart.

Austausch, Spaß und Treppchenambitionen

Einen Doppeleinsatz legt der Mountainbike-Profi und mehrfache Deutsche Meister Karl Platt bei Rad am Ring hin. Nach einem Jahr Rennplanungs-bedingter Pause, kehrt er dieses Jahr auf den Nürburgring zurück. Er wird sowohl beim MTB-Marathon, den er bereits 2017 bei dessen Erstaustragung bestritt, als auch im Vierer für das Charity-Team Ledschends beim 24h-Rennen auf der Straße antreten: „Der MTB-Marathon macht einfach Spaß zu fahren, deshalb möchte ich den auf jeden Fall mitnehmen“, sagt Platt. Dieser Spaß ist ein Grund, warum der mehrfache Cape-Epic-Sieger immer wieder in die Eifel zurückkehrt. Aber: „Natürlich möchte ich auch ganz vorne landen. Dafür bin ich Rennfahrer.“ Straßen-Radprofi Christian Knees, ebenfalls Fahrer in einem Ledschends Vierer-Team, wohnt nicht weit vom Nürburgring entfernt und ist ein Fan des Kurses: „Der Ring ist eine legendäre Rennstrecke und da 24 Stunden mit dem Rad drüber zu fahren, die Boxengasse so frei zu sehen und das dann auch noch mit ganz vielen begeisterten Radrennfahrern zusammen zu tun und Leute zu treffen, die ich schon ewig nicht mehr gesehen habe, ist sehr besonders für mich. Ich komme jedes Jahr wieder gerne dort hin.“

Wie seine Westentasche kennt auch der mehrfache Welt- und Deutsche Meister im Cyclocross, Mike Kluge, den Nürburgring. Er ist seit Jahren aktiv bei Rad am Ring – ob mit dem (E-)MTB im Gelände oder, wie auch dieses Jahr, im Team beim 24h-Rennen auf Asphalt. „Die Eifel ist bekannt für ihre Wetterkapriolen. Ich habe hier schon super heiße Tage erlebt und so extremen Regen, dass die Veranstaltung abgebrochen werden musste. Das macht für mich als ehemaligen Crosser, Mountainbiker und Straßenfahrer schon auch den Reiz von Rad am Ring aus“, sagt Kluge und fügt hinzu: „Außerdem finde ich die Atmosphäre vor Ort immer sehr speziell. Es ist toll, dass so viele verschiedene Menschen über eine so lange Zeit zusammen sind und sich sportlich austauschen und messen. Dabei entstehen nicht selten viele neue Freundschaften.“

Neue Facette „touristisches Radfahren“

Im Kleinen erleben lassen, was bei Rad am Ring passiert, möchte die Orga-Crew um Hanns-Martin Fraas Radfreunde ohne Wettbewerbsambitionen bei verschiedenen Veranstaltungen. Bei der Tour de Ahrtal vor zwei Wochen war bereits ein Team vor Ort, und nun, bei der Tal Total am 30. Juni im Mittelrheintal, werden wir wieder präsent sein und mit Infostand, Gewinnspiel, Ebikes zum Ausprobieren, Parcours und Fahrtechniktraining mit unserem Partner MTB Xpert einen Vorgeschmack auf das einmalige Angebot geben, ohne tickende Wettkampfuhr die einzigartige Nordschleife zu erfahren. Chef-Organisator Hanns-Martin Fraas zum Engagement bei Veranstaltungen wie den Rad-Erlebnistagen in Rheinland-Pfalz: „Rad am Ring ist mit seinen Wettbewerben rund um das 24h-Rennen in Deutschland mittlerweile eine Institution. Weniger bekannt ist, dass man auf dem Nürburgring am letzten Juli-Wochenende auch mit weniger sportlichen Ambitionen Fahrspaß genießen und sich formidabel unterhalten lassen kann. Wir sind Teil eines großartigen Rad-Erlebnis-Angebots in Rheinland-Pfalz.“ Und jeder Interessierte, egal, welchen Leistungsstands, kann ebenfalls Teil von etwas Großartigem werden. Also: Rennrad, MTB oder Ebike schnappen und vorbeikommen! Bei Tal Total – und vor allem bei Rad am Ring am letzten Juli-Wochenende.

Über Rad am Ring

Rad am Ring ist ein Radsport-Event, das seit 2003 auf dem Nürburgring ausgetragen wird. Die Strecke führt sowohl durch die hochmoderne Formel-1-Arena als auch über die legendäre Nordschleife. Kernstück sind die 24-Stunden-Rennen auf dem verkehrsfreien, teilweise beleuchteten Rennkurs und mit Teamquartieren in der Boxengasse und entlang der Rennstrecke. Neben dem Ultra- und dem Langstrecken-Event bei Rad am Ring werden diverse Jedermann-Rennen, ein Zeitfahren, ein Mountainbike-Marathon und Tourenfahrten ohne Zeitnahme angeboten. Die Jedermann-Rennen sind Teil des German Cycling Cup, Deutschlands größter Jedermann-Rennserie. Seit 2018 bietet Rad am Ring unter dem Motto „Fahrspaß für alle“ auch Radsport-Erlebnisse wie Touren, Trainings, Test und Tracks ohne Wettbewerbscharakter an.