„Ich bin unglaublich glücklich und kann fast nicht glauben, dass es so schnell gegangen ist. Wir haben uns im Vorfeld viel vorgenommen, aber diese Zeit ist ein Wahnsinn“, erzählte Strasser und fügte an: „An diesem Sieg gefällt mir wahnsinnig, dass wir es erstmals geschafft haben, unter drei Tagen zu fahren. Ich glaube, diese Zeit wird in Zukunft schwer zu knacken sein. Außerdem hat die Teilnahme heuer echt Spaß gemacht. Das Miteinander und die Zusammenarbeit im Team hat super funktioniert und das ist immer wieder schön zu erleben.

Vor allem der taktische Aspekt einer Fahrt zu zweit und der individuellen Aufteilung der Strecke mit kurzen Wechselintervallen habe den 36-Jährigen gereizt. Für Strasser ist dieser Erfolg beim beim Race Around Austria aus zweifacher Sicht ein Rekordsieg. Noch nie konnte ein Teilnehmer auf der 2.200 Kilometer langen Extremdistanz in allen drei Klassen (Solo, Zweier, Vierer) Siege einfahren. Nach dem Gewinn im Viererteam 2013 dominierte der 36-Jährige in den drei Folgejahren die Einzelwertung. Nun hat er auch im Zweierbewerb zugeschlagen. „Erst nach dem Beschluss, gemeinsam an den Start zu gehen, habe ich mir gedacht, dass es schon sehr cool wäre, hier in allen Disziplinen gewinnen zu können. Das war aber keinesfalls der vorrangige Antrieb. In erster Linie war ich neugierig und habe mich darauf gefreut, zu zweit zu fahren“, verriet der Kraubather.

Kienreichs offene Rechnung
Die Fahrt zu zweit ist insofern speziell, da die beiden Fahrer lediglich bei den Wechseln Kontakt miteinander haben, dazwischen sitzt jeweils ein Fahrer auf dem Rad. „Wir haben in Intervallen von 15 bis 45 Minuten gewechselt, was in der Rennplanung durchaus anspruchsvoll ist, aber sehr gut funktioniert hat“, resümierte Kienreich, dessen Siegesfahrt von 2016 aufgrund einer wetterbedingten Sperre des Großglockners nicht auf der Originalstrecke des Rennens aufgestellt wurde.

Aufgrund dieses kleinen Makels hat der heurige Sieg für den Steirer eine besondere Bedeutung. „Ich hatte definitiv den Gedanken im Hinterkopf, den Rekord zu holen“, erzählte Kienreich nach der Siegesfahrt. Der Wettergott meinte es heuer besser mit den beiden und auch die Fans auf der Strecke trugen ihren Teil zur Rekordfahrt bei. „In Oberösterreich und Niederösterreich waren wahnsinnig viele Leute auf der Strecke, in Wörgl wurden wir sogar mit bengalischen Feuern empfangen“, schwärmte der für den V.URC Veloblitz fahrende Kienreich von der Stimmung während des Rennens.

Minuten entscheiden über Sieg bei RAA 1500
Ebenfalls zu den ersten Ankünften zählten die Athleten auf der 1.500 Kilometer langen zweiten Strecke des Race Around Austria. Dort wird der Westteil rund um Vorarlberg und Tirol abgekürzt. Nachdem es lange nach dem Sieg des Niederösterreichers Philipp Kaider aussah, überschlugen sich in den letzten Stunden des Rennens die Ereignisse. Aufgrund von Erschöpfung musste der Wolkersdorfer 100 Kilometer vor dem Ziel aufgeben.

Dahinter kämpften nun der Oberösterreicher Florian Atzlesberger sowie der Salzburger Dominik Meierhofer um den wieder offenen Sieg. Am Ende betrug der Abstand der beiden an der Ziellinie acht Minuten. Mit einer Zeit von 2 Tagen 15 Stunden und 6 Minuten triumphierte Meierhofer vor Atzlesberger.

 

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